Allelomimetisches Verhalten

Vermutlich kennen es die wenigsten von uns Hundehaltern vom Namen her, dennoch ist es mit Sicherheit jedem schon einmal aufgefallen: Allelomimetisches Verhalten. Unser Hund liegt entspannt im Garten. Plötzlich ertönt ein lautes Bellen. Es ist der Nachbarshund, der nun wie vom Blitz getroffen in Richtung Gartenzaun rennt, um einen Jogger zu vertreiben. Unser Hund hat diesen gar nicht bemerkt. Dennoch springt er nun ebenso hektisch auf und bellt «fröhlich« mit. Er imitiert den Nachbarshund. Ganz so fremd dürfte uns Menschen dieses Verhalten jedoch nicht sein.


Allelomimetik ist weit verbreitet
Allelomimetisches Verhalten bei uns Menschen ist vor allem dann zu erkennen, wenn eine Massenpanik ausbricht. Deshalb reagieren wir vor allem in Extremsituationen allelomimetisch und verhalten uns wie unsere Mitmenschen – hilflos und panisch. Gleiches passiert zwischen Mensch und Hund. Eine Kundin berichtete mir vor kurzem von ihrem Training am Boxsack. Als ihr Hund sie kämpfend in der Wohnung entdeckte, tat er ihr es nach und sprang ebenfalls den Boxsack an. Das gleiche Phänomen ist auch bei Kühen zu betrachten. Wenn wir ihnen vorangehen und ihnen mit Handzeichen und Rufen signalisieren uns zu folgen, werden sie selbiges tun.

Ruhig bleiben in brenzligen Situationen
Uns sollte also stets bewusst sein, dass sich Hunde an unserem Handeln orientieren. Sind wir gestresst und zeigen dies unserem Hund, so wird dieser ebenfalls negativ beeinflusst. Bleiben wir ruhig, so wird auch er weniger wild reagieren. Wenn der Hund in der Leine steht und ein anderer Hund ihm begegnet, sollten wir immer zur zweiten Variante greifen. Danach ist es nur noch eine Frage des Reizes, den er aufnimmt – entweder das spielerische oder aggressive Verhalten des anderen Hundes oder eben unsere Ruhe.

Eigenes Verhalten hinterfragen
Um einen bewussteren Umgang mit unserem eigenen Verhalten zu schaffen, sollten wir uns folgende Fragen stellen:

  • Was tue ich den ganzen Tag?
  • Wobei beobachtet mich mein Hund?
  • Was greift er davon auf?
  • In welcher Gefühlswelt stecke ich momentan?
  • Was trainiere ich mir selbst an und was zeige ich damit dem Hund?

So können wir ein gutes Verständnis schaffen für Verhaltensarten und lernen besser damit umzugehen.