»Das Leben mit einem Hund habe ich mir einfacher vorgestellt«

Du hast dir das Leben mit Hund eigentlich ganz anders vorgestellt? Im Wesentlichen irgendwie einfacher? Kein Grund zu verzagen – es gibt immer eine Lösung!


Dein Hund hört nicht richtig auf dich? Er zeigt Verhalten, das dir nicht gefällt? Und generell hast du geglaubt, es wäre irgendwie einfacher? Vielleicht müsst ihr einfach nur noch ein paar mehr Kommandos üben?

Ganz so einfach ist es leider nicht. Hunde lassen sich nur bis zu einem bestimmten Grad über Kommandos steuern und kontrollieren. Des Rätsels Lösung ist es also nicht. Denn meistens ist es so, dass Hunde dann dennoch viel »Quatsch« machen. Das ist eigentlich auch ganz logisch. Kommandos kannst du immer nur temporär geben, irgendwann darf – und wird – der Hund aber machen, was er für richtig hält bzw. was ihm sein Nerven- und Hormonsystem durch seine Gefühle »sagt«.

Leider hält sich die Vorstellung, dass man das Verhalten von Hunden ausschließlich mit Kommandos trainieren kann. Das funktioniert aber nicht. Du müsstest den Hund permanent beobachten und immer genau dann, wenn er »Blödsinn« macht, korrigieren.

Mein Tipp: Forme das Verhalten deines Hundes Zunächst beobachtest du deinen Hund über einen längeren Zeitraum genau. Jedes Verhalten, das dein Hund an den Tag legt, das für dich in Ordnung oder sogar sehr gut ist, belohnst du.

Prinzip der positiven Bestärkung
Stell dir dazu mal eine Box vor, in der sich das gesamte Verhaltensrepertoire deines Hundes befindet. Mal angenommen, 60 % davon gefallen dir gut, aber es gibt eben auch 40 %, die dir nicht gefallen und die der Hund ablegen soll. Immer, wenn dein Hund ein Verhalten aus den 60 % zeigt, die du sehen möchtest, belohne ihn z. B. mit einem Markersignal wie einem Klicker und gib ihm ein Leckerli. Mit dem Ergebnis und der Konsequenz, dass dein Hund dieses Verhalten immer öfter zeigen wird. Schließlich wollen Hunde gefallen und Belohnung erfahren. Das muss auch nicht immer ein Leckerli, das können auch Lob, Streicheleinheiten oder Ähnliches sein. Was auch immer ein Hund als Belohnung empfindet, man kann z. B. dafür das Premack-Prinzip anwenden.

Gewünschtes Verhalten des Hundes etablieren
Befolgst du konsequent und regelmäßig das Prinzip der positiven Bestärkung deines Hundes, wird er in Zukunft tendenziell öfter das gewünschte Verhalten aus dem 60-%-Bereich zeigen. Die »negativen« Verhaltensweisen aus dem 40-%-Bereich werden dadurch sukzessiv verdrängt. Die Länge dieses Prozesses ist aber von Hund zu Hund unterschiedlich.

Und irgendwann wird dein Hund das positive Verhalten von ganz allein machen. Welches Verhalten ein Hund zeigen soll und welches nicht, das kann jeder Halter für sich entscheiden – was also als positiv zu bewerten ist, liegt an jedem Hundehalter selbst

Durch das Prinzip der positiven Bestärkung kannst du selbst daran arbeiten, dass das Leben mit Hund einfacher und generell so wird, wie du es dir vorgestellt hast. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!