Hunde in freier Wildbahn

Immer wieder ergeben sich durch meine zahlreichen Kontakte neue Möglichkeiten, dem wahren oder vielmehr puren Verhalten der Hunde auf die Spur zu kommen. So bekam ich von einem guten Bekannten den Tipp, frei lebende Hunde und sogar Wolfsrudel in Bosnien-Herzegowina zu beobachten. Ich überlegte nicht lange und startete voller Neugier meine Expedition.


Jagen war gestern

Tagsüber legte ich mich auf die Lauer, um die frei lebenden Hunde zu beobachten. Meine Beobachtungen aus 6 Tagen gaben mir einige Erkenntnisse über das Verhalten von Hunden, die keinem Menschen angehören. Bei keinem der Hunde war ein Jagdverhalten festzustellen. Tag für Tag streunten sie auf der Suche nach Nahrung durch die Gegend oder ruhten sich auf der Wiese aus. Dies bestätigt die These, dass frei lebende Hunde nicht jagen, um Energie zu sparen, denn durch den möglichen Jagderfolg bekommen sie eventuell weniger Energie zurück, als die, die sie dabei verbraucht haben.

Damals waren es Wölfe, später Hunde, die sich uns Menschen angenähert haben, da sie über uns viel leichter an Nahrung kamen. Ein wilder Jagdtrieb konnte aus diesem Grund nicht beobachtet werden.

Ausgeprägter Familiensinn

Auch der stark ausgeprägte Familiensinn der frei lebenden Hunde wurde mir auf meiner Expedition bewusst. Eine Hündin ließ ihre 5 kleinen Welpen nicht aus den Augen. Diese entfernten sich maximal 300 Meter von ihr, um nach Futter zu suchen oder sich mit anderen Hunden zu verständigen. Dabei hatte die Mutter stets ein Auge auf die Kleinen. Wenn sie zu wild spielten, ging sie dazwischen, während der Rüde für die Nahrungssuche zuständig war. Als sich der Familie ein fremder Hund näherte, wurde er von der Mutter stark bedrängt und verjagt, obwohl dieser keinerlei Aggressionen zeigte. Hier lassen sich auch Zusammenhänge zum starken Familienzusammenhalt unter Wölfen feststellen.

Auch in Freiheit gut versorgt

Alle Hunde, die ich beobachtet habe, waren gut versorgt. Da ich die Beobachtung auf dem Gelände einer medizinischen Schule machte, sah ich immer wieder Studenten, welche die Hunde fütterten und streichelten. Ebenfalls die Welpen waren wohlauf. Auch wenn die Ergebnisse nicht aus einer wissenschaftlichen Langzeitstudie resultieren, so konnte ich doch einige Einblicke sammeln.

Bereits im nächsten Monat werde ich auf die Philippinen reisen, um auch dort frei lebende Hunde zu beobachten und freue mich darauf, schon bald meine neuen Entdeckungen mit Ihnen teilen zu dürfen.

Wenn Sie gerne mehr von meiner Expedition erfahren möchten, besuchen Sie mich auf meiner Website. Hier finden Sie auch Videos der Beobachtungen: https://www.kroeber-hundepsychologe.de/fileadmin/user_upload/Videos/Mostar_Schnitt.mp4