Mitgefühl zwischen Mensch und Hund

Wenn es uns Menschen schlecht geht, wir traurig oder krank sind, merken das unsere Hunde. Sie versuchen auf ihre Weise, uns aufzumuntern oder zu trösten. Sie weichen nicht mehr von unserer Seite, bringen uns ihr Spielzeug oder suchen verstärkt Körperkontakt. Andersherum leiden viele Hundehalter natürlich mit ihren geliebten Vierbeinern mit, wenn es ihnen wiederum nicht gut geht. Grund dafür ist: Empathie. Sie ist ein wichtiger Faktor der Kommunikation zwischen Mensch und Hund.


Empathie ist nichts anderes als die Fähigkeit, das zu fühlen, was andere fühlen. Wir fühlen mit, weil wir uns in andere Menschen hineinversetzen können, wenn wir beobachten, dass es ihnen nicht gut geht. Ob die Gedankenwelt haargenau die gleiche ist – das ist eher unwahrscheinlich. Doch wir »simulieren« in unserem Kopf etwas Ähnliches – unser Gedankenkino springt an. Das lässt uns in die Gefühlswelt des anderen »eintauchen«.

Das Gefühl ist ja auch »nur« etwas, was wir mit einem Gedanken bzw. einer Situation verbinden – quasi die Konsequenz in unserem Körper. Wenn wir sehen, dass es jemandem nicht gut geht und uns in ihn hineinversetzen, rufen wir in uns eine ähnliche Situation hervor und simulieren ein Gefühl, das dem des anderen sehr nahekommt. Wir fühlen mit.

Wie kann ich die Gedankenwelt eines Hundes bei mir hervorrufen und damit auch die Gefühlswelt eines Hundes?

Hunde verfügen – zumindest sagt das die Wissenschaft – über die gleichen Sinnes-Wahrnehmungskanäle wie wir. Wenn man ins Detail schaut, ist es aber so, dass der visuelle Kanal anders ist als unserer. Hunde haben ein geringeres Farbspektrum, das sie wahrnehmen können. Dafür ist das Gehör von Hunden deutlich besser als unseres. Sie hören Dinge, die wir nicht hören können. Gleiches gilt für ihren Geruchssinn. Und das alles ist – wie bei uns Menschen – verbunden mit einem Gefühl.

Die Herausforderung ist, dass wir uns in den Hund hineinversetzen und dabei aus der menschlichen Sicht etwas interpretieren und in unserem Gehirn simulieren, was uns dann mit-fühlen lässt. Der wahre Grund seiner emotionalen Lage wird uns meistens jedoch verborgen bleiben, da wir logischerweise nicht die gleichen Gedanken denken können, wie ein Hund.

Ja, wir können uns in die Gefühlswelt eines Hundes begeben. Das bedarf jedoch eines genauen Studierens dieser tollen Wesen. Und selbst dann werden wir es nicht 100%ig erreichen, uns in seine Psyche hineinzuversetzen. Das ist aber auch gar nicht notwendig.

Wenn wir mit unseren Hunden mitfühlen, haben wir eine höhere Chance herauszufinden, was unser Hund gerade braucht, um in eine bessere Gefühlslage zu kommen. Und dann haben wir eine viel größere Chance, das Richtige zu tun, was – by the way – auch bedeuten kann, einfach nur da zu sein.