Tierschutzhund versus Züchterhund

Wer sich einen Hund anschaffen möchte, steht irgendwann vor der Frage: „Hole ich mir einen Hund aus dem Tierheim oder einen vom Züchter?“ Diese Entscheidung muss jeder zukünftige Hundehalter für sich selber treffen. Dabei sind jedoch mögliche Unterschiede zwischen Tierschutzhund und Züchterhund zu beachten, die für die Wahl wichtig sein können.


Der Tierschutzhund – freiheitsliebend und konfliktscheu
Bevor es an die Charaktereigenschaften dieses Hundes geht, sollte zunächst geklärt werden, was genau ein Tierschutzhund ist. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Hund aus dem Tierheim handeln oder um einen Straßenhund, beispielsweise aus dem Ausland, der von Tierschutzorganisationen vermittelt wird.

In engen Wohnungen fühlt sich diese Art von Hund häufig unwohl. Kein Wunder, da er doch vorher in „Freiheit“ gelebt hat. Dafür ist bei ihm die Angst vor dem Alleinsein nicht so stark ausgeprägt. Jedoch kann es zu Panikattacken kommen, sobald der Hundebesitzer das Haus verlässt. War er vorher selbst für das Suchen seiner Nahrung zuständig, so ist es nun der Halter, der bestimmt was und wann der Hund frisst. Ist der Halter aus dem Haus, so fürchtet der Hund um seine Futter-Ressource. Dafür meidet er jedoch Konflikte. Fremden Hunden geht er häufig aus dem Weg. Führt man ihn an der Leine an fremden Hunden vorbei, so kann er auch aggressiv reagieren, da er an der Leine seine bisherigen Strategien nicht mehr anwenden kann, z. B. weglaufen.

Der Züchterhund – ängstlich und treu
Ein Hund, der innerhalb der ersten 12 Wochen seines Lebens Kontakt zum Menschen aufnimmt, wird auch im späteren Verlauf seines Lebens eine starke Bindung zum Menschen haben. Das ist bei Zuchthunden, welche in Familien abgegeben werden, der Normalfall.

Anders als Straßenhunde sind nicht sie für die Beschaffung der Nahrung zuständig, sondern der Hundehalter. Lässt er seinen Gefährten allein zu Hause, so hat dieser, im Gegensatz zum Hund aus dem Tierschutz, wirklich Angst vor dem Alleinsein. Seine raue Seite zeigt der Züchterhund jedoch nicht selten beim Gassi gehen. Bei Begegnungen mit fremden Hunden zeigt er sich deutlich konfliktfreudiger, was verschiedene Gründe haben kann.

Der Hintergrund des Hundes ist entscheidend
Die Herkunft sowie die Rasse des Hundes haben einen großen Einfluss auf sein späteres Verhalten. Künftige Problematiken im Bereich seines Verhaltens können durchaus auf seine Vergangenheit zurückzuführen sein. Die Prägungsphase formt seinen Charakter. Hier kommt es allerdings auch auf das Verhalten des Halters an. Egal wo der Hund herkommt, in beiden Fällen gibt es Besonderheiten, die man in gewissem Maße beeinflussen bzw. verändern kann. Man muss sich jedoch die eigene Situation vor Augen führen, welcher Hund mit welcher Prägung in das eigene Leben passt und welche Anstrengungen und welche Zeit man bereit ist zu investieren, wenn es denn nicht oder nicht sofort der „Vorzeigehund“ ist.