Warum entspannte Zustände wichtig sind

Eigentlich soll es ein gemütlicher Spaziergang werden – doch schon passiert es. Ein fremder Hund rennt bellend auf den eigenen zu und fletscht dabei bedrohlich seine Zähne. Der Halter zieht ihn mit voller Kraft an der Leine zurück und brüllt ihn wütend an. Wir haben nun verschiedene Möglichkeiten zu reagieren – und ebenso Hund. Das Beste in dieser Situation wäre, ruhig zu bleiben. Das fällt in so einer extremen Lage jedoch nicht einfach. Man kann es allerdings trainieren.


Lernen im entspannten Zustand
Denken wir einmal nach: Wann lernen wir am besten? In einem gestressten oder einem ruhigen Zustand? Diese Frage ist wohl nicht schwer zu beantworten. Deshalb können wir auch in einer extremen Situation unser Verhalten nicht spontan ändern. Vielleicht hat es der ein oder andere schon in einer Prüfung gemerkt – mit Panik und Stress im Kopf, lassen sich die Aufgaben besonders schlecht lösen. Anders ist es im entspannten Zustand. Hier können wir lernen, im Notfall gelassener zu reagieren.

Natürliche Reaktionen bei Bedrohung
Hunde wie auch wir Menschen zeigen bei einer Bedrohung folgende mögliche Reaktionen:

  • freeze (einfrieren, erstarren)
  • fight (drohen, kämpfen, angreifen)
  • flight (flüchten)
  • flirt (Spielaufforderung)

Bekannt als die vier »F« der Konfliktstrategien bedeuten sie folgendes: Wir erstarren vor Angst und sind in der Situation nicht handlungsfähig (freeze), wir laufen einfach davon (flight), wir stellen uns der Bedrohung und kämpfen (fight), oder wir albern herum und sehen das Ganze als Spiel, was bei Hunden als welpisches Verhalten umschrieben wird (flirt).

Ruhe anstatt Stress
Erst wenn wir und unser Tier einen entspannten Zustand erreicht haben, ist es möglich, ein anderes Verhalten anzutrainieren. Mit etwas Übung gelingt es schließlich, die vier »F« zu überwinden und ruhiger und bewusster zu agieren.