Warum haben wir Menschen eigentlich Hunde in unserem Leben?

Früher hielten Menschen Hunde zu einem spezifischen Zweck, sie sollten bestimmte Arbeiten verrichten. Aber wie sieht das eigentlich heute aus? Was ist der wahre Grund dafür, dass wir Menschen heute Hunde in unserem Leben halten – und halten möchten? Um die Frage zu beantworten, müssen wir einmal zurückblicken …


Der Hund als Arbeitstier

Die Geschichte des Hundes ist vermutlich so alt, wie die Geschichte des Menschen, vielleicht auch etwas jünger, vielleicht etwas älter. So ganz genau, weiß das keiner. Irgendwann kam es zu einer Annäherung zwischen Mensch und Wolf und es entwickelte sich eine Symbiose in Form eines Zusammenlebens. Menschen haben den Wolf durch Selektion auf gewünschte Eigenschaften gezüchtet. Vorrangig war aber der Arbeitszweck: Wir Menschen haben uns Hunde – domestizierte Wölfe – zunutze gemacht, damit diese für uns Arbeiten verrichten. Im Gegenzug wurde er von uns gehalten, bekam eine Herberge und Futter, später dann auch immer mehr Zuwendung.

Der Hund als treuer Begleiter

Natürlich werden auch heute noch Hunde zu Arbeitszwecken eingesetzt, in der breiten Masse spielen die nutzorientierten Gründe aber eher eine untergeordnete Rolle. Obwohl die Arbeitszwecke weniger werden, gibt es heute mehr Hunde als jemals zuvor. Allein in Deutschland leben circa 6 Millionen Hunde. Hier sprechen wir überwiegend von Hunden, die uns begleiten und Gesellschaft leisten. Aber warum?

Der Mensch ist ein soziales Wesen

Der Mensch sucht Partnerschaften, um mit ihnen zu interagieren, um ein Feedback zu bekommen. So, wie wir Feedback von anderen Menschen bekommen, erhalten wir auch von Hunden Feedback auf unser Verhalten, nur auf die hündische Art in Form ihres Verhaltens. Wir Menschen tun eher das, was wir gerne mögen, was uns gut gefällt, was uns glücklich macht. Dinge, bei denen wir uns schlecht fühlen, vermeiden wir tendenziell. Dieser Mechanismus steuert unser Verhalten. Welches Gefühl verspricht sich der Besitzer eines Hundes, den er nicht zu Arbeitszwecken hält? Also ein Hund, der den Menschen begleitet, sozusagen als Gesellschafts- oder Begleithund. Hunde geben uns ein gutes Gefühl. Es kann natürlich sein, dass Hunde nicht das Feedback geben, was Halter von ihnen erwarten.

Der Hund ist schlussendlich doch ein Wolf

Wenn auch ein angepasster. Und weil er ein Wolf ist, hat er Bedürfnisse, die in seinen Genen veranlagt sind. Alle Anlagen eines Wolfes sind in allen Hunden in verschiedenster Ausprägung vorhanden. Das heißt, ein Hund – egal welcher Rasse – braucht ein bestimmtes Verhaltensmuster, damit er physisch und psychisch gesund bleiben kann. Oder anders ausgedrückt: Wenn wir als Menschen Hunde halten und nicht artgerecht mit ihnen umgehen, werden sie sich auch nicht so verhalten, wie wir das erwarten. Dann entstehen Dinge wie Angst, Aggression ... Die Konsequenz aus solchem nicht artgerechten Verhalten sehen wir in unserer Gesellschaft in Form von Tierheimen, in denen dann die Tiere landen, die nicht das gewünschte Feedback geben. Und das Feedback geben sie, weil wir sie schlicht und ergreifend falsch halten, weil wir mit ihnen falsch umgehen.

Welche Erwartungen hast du an deinen Hund?

Wenn du mit dem Gedanken spielst, dir einen Hund anzuschaffen oder du hast vielleicht sogar schon ein Hündchen, mach dir doch mal klar, was dich wirklich antreibt. Welche Erwartungshaltung bzw. welches Gefühl hast du bei dem Gedanken an diesen tierischen Sozialpartner? Gehe dazu auch gedanklich mal in die Zukunft und male sie dir aus. Wie wird es sein mit deinem Hündchen und dann auch irgendwann ausgewachsenen Hund?

Auslauf, Beschäftigung, Ernährung, Pflege, Erziehung

Ein Hund hat seine Bedürfnisse, welche von dir als Halter einiges abfordern. Und wenn du bereit bist, einem Hündchen ein solches Leben zu bieten, wird er es dir mit unendlich viel Vertrauen, Treue und Liebe zurückzahlen und dir sehr viel Freude bereiten. Und was das genau bedeutet, also wie du dem gerecht werden kannst, erfährst du in den kommenden Blogs.