Was braucht es eigentlich für eine gute Mensch-Hund-Beziehung?

Wenn wir Hunde in unser Leben holen, unseren Alltag mit ihnen teilen, wächst bei vielen natürlich auch der Wunsch nach einer guten und harmonischen Beziehung bzw. Bindung, wie man es im Hundetraining nennt, zum eigenen Hund. Aber was zeichnet eine gute Bindung zwischen Mensch und Hund eigentlich aus?


Zunächst ist es wichtig zu verstehen, was eine enge Bindung eigentlich ist: Sie zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sie exklusiv ist. Man macht in dieser Beziehung Dinge, die man mit anderen nicht tun würde. Das ist bei Menschen ja auch nicht anders. Was macht aber eine »gute« Beziehung aus? Das ist eigentlich ganz einfach – beide, Mensch und Hund, müssen sich in einer guten Bindung auch wohlfühlen. Wohlbefinden entsteht, wenn die eigenen Bedürfnisse, die durch Gene oder Prägung bestimmt sind, bedient werden.

Hund und Mensch sollten sich in einer Beziehung also beide gleichermaßen gut fühlen. Leben muss sich gut anfühlen!

Woran erkenne ich, dass sich der Hund (in meiner Nähe) gut fühlt?
Ein Hund fühlt sich wohl, wenn er entspannt ist, wenn er kein sogenanntes Meideverhalten zeigt, wenn er sich freut, wenn er sein Herrchen oder Frauchen sieht, seine Hundehalter freudig begrüßt etc. Die meisten Wissenschaftler – und dem kann ich mich rein aus meiner Erfahrung als Hundepsychologe, Hundehalter und -züchter her anschließen – gehen heute davon aus, dass Hunde eine Gefühlswelt haben, ebenso wie wir Menschen.

Außerdem zeigt sich immer wieder: Fühlt sich ein Mensch gut, verhält er sich in aller Regel auch so. Fühlt er sich schlecht, verhält er sich dementsprechend – in welcher Form auch immer und was auch immer als »schlechtes« Verhalten gilt. Zum einen ist es so, dass es Hunden ähnlich ergeht: Fühlt sich ein Hund gut, hört er z. B. besser auf Kommandos, fühlt er sich nicht gut, kann er womöglich Angstverhalten oder gar aggressives Verhalten zeigen.

Hunde spiegeln unser Verhalten
Zum anderen ist es so, dass Hunde unser Verhalten spiegeln. Wenn ich mich selber gut fühle, verhalte ich mich meinem Hund gegenüber auch entsprechend, beschäftige mich in einer positiven Weise mit ihm, wodurch er wiederum die Chance erhält, sich selbst gut zu fühlen und zu verhalten. Wer möchte, dass sich der eigene Hund bei einem selbst wohlfühlt, muss sich selbst als Halter zunächst einmal in eine Gedankenwelt begeben, in der man sich wohlfühlt.

Als Mensch braucht es also Empathie und Reflexion. Reflexion, um die eigene Gefühlslage zu kennen und zu analysieren, Empathie, um sich in die Gefühlslage des Hundes hineinzuversetzen. Das ist meines Erachtens die Grundlage, die eine gute Mensch-Hund-Beziehung ausmacht. Gute Gefühle für beide. Die Schwierigkeit dabei ist aber, dass wir Menschen die Signale nicht immer erkennen.

Mein Tipp als Hundepsychologe und Coach:
Bring dich zunächst selbst in einen guten Gefühlszustand und finde heraus, wie es deinem Hund geht. Beobachte ihn dafür. Achte auf Körpersprache und Signale, die der Hund dir gibt und überlege, wie sie zu deuten sind.